AfD Sachsen lobt Pressekodex-Vorstoß von Ex-MDR-Moderator Peter S. Herbst

AfD Sachsen lobt Pressekodex-Vorstoß von Ex-MDR-Moderator Peter S. Herbst

Die AfD Sachsen hat den Vorstoß des Publizisten Peter Stefan Herbst gelobt, der im Vorfeld des
heutigen Presserats‐Plenums sagte, dass auch die Nicht‐Erwähnung von Nationalitäten Vorurteile
schüren und festigen könne. Damit nimmt der langjährige Moderator der MDR‐Talkshow „Riverboat“
sowie Ex‐Chefredakteur der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ Bezug auf die Ziffer 12.1. des
Pressekodex. Danach soll in der Berichterstattung über Straftaten die Zugehörigkeit der Verdächtigen
oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt werden, wenn für
das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.
„Herbst hat völlig Recht, wenn er den Denkansatz im Sinne mündiger Leser umdreht: nicht nur die
Erwähnung kann Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren, sondern eben auch das
Verschweigen“, erklärt Landesvize Thomas Hartung, selbst 13 Jahre freier und fester Journalist. Er
stimmt dem heutigen Chefredakteur der „Saarbrücker Zeitung“ zu, der die Richtlinie 12.1 gerade in
Zeiten von Social Media für nicht mehr zeitgemäß hält: „Selbst wenn die Nationalität nicht in der
Zeitung oder im Online‐Artikel genannt wird, ist es heute ein Leichtes, sie im Internet herauszufinden
und über die sozialen Netzwerke zu verbreiten. Wenn sich Journalisten gegen eine Veröffentlichung
entschieden hatten, fühlen sich manche Leser im Nachhinein bestätigt: ja, es waren Ausländer; ja, es
waren Asylbewerber. Damit wird die Unterstellung einer unliebsame Informationen
verschweigenden ‚Lügenpresse‘ reproduziert.“
Presserat und Gewerkschaft noch dagegen
Herbst reiht sich damit ein in eine Gruppe einflussreicher Journalisten, für die die Richtlinie für
ungerechtfertigte Selbstzensur steht, deren Anwendung das Misstrauen gegenüber der
journalistischen Arbeit schürt, darunter „Bild“‐Chefredakteurin Tanit Koch oder Christian Lindner,
Chefredakteur der Koblenzer „Rhein‐Zeitung“. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten‐
Verbandes (DJV), Frank Überall, und vor allem der Geschäftsführer des Presserats, Lutz Tillmanns,
betonen dagegen, dass die Richtlinie 12.1 vom Geist her Diskriminierung vermeiden wolle.
Sie appelliere im Gegenteil an Journalisten, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen und zu prüfen, ob
die Nennung etwa einer Nationalität für einen Text relevant sei, so Tillmanns, der das für die
Silvester‐Berichterstattung für zulässig hielt. Die Forderung, diese Richtlinie abzuschaffen, geht u.a.
auf den Dortmunder Emeritus Horst Pöttker zurück. Der langjährige Inhaber des Lehrstuhls für
Theorie und Praxis des Journalismus hatte unter dem Titel „Schluss mit der Selbstzensur“ bereits im
Oktober 2013 dafür plädiert.


Für Rückfragen:
Dr. Thomas Hartung
stellv. Landesvorsitzender AfD Sachsen/Kommunikation
0163/4013084
thomas.hartung@afdsachsen.de

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